2743 handgeschriebene Seiten dokumentieren das Leben der Hausstetter Familien über mehrere Jahrhunderte
Wenn man heute die Geschichte des kleinen Dorfes Hausstette betrachtet, führt kein Weg an einem Namen vorbei: Hanna Koops. Sie war nicht nur eine angesehene Bürgerin, sondern die Chronistin eines ganzen Dorfes. Ihr Lebenswerk bewahrt die Erinnerung an Generationen von Familien, die über Jahrhunderte hinweg das Leben in Hausstette geprägt haben.
Im November 2015 ehrte die Dorfgemeinschaft Hausstette Hanna Koops mit dem „Hustedi“, einem Ehrenpreis für besondere Verdienste um das Dorf. Bezirksvorsteher Josef Kathmann würdigte dabei ihr unermüdliches Engagement. Nur zwei Wochen nach dieser Auszeichnung, am 14. Dezember 2015, verstarb Hanna Koops im Alter von 86 Jahren – kurz nach ihrem 86. Geburtstag. Doch ihr Lebenswerk blieb, stärker als je zuvor.
Gemeinsam mit ihrem Bruder Willi Koops führte sie über Jahrzehnte den Landhandel Koops, eine feste Institution im Dorf. Neben dieser Tätigkeit widmete sie sich mit Leidenschaft der Geschichte ihrer Heimat. In akribischer Detailarbeit sammelte sie Dokumente, schrieb Chroniken und verfolgte die Stammbäume der Hausstetter Familien über mehrere Jahrhunderte hinweg. Ihr besonderes Interesse galt der Geschichte der Höfe, der Schule, des Kriegerdenkmals sowie dem Schicksal der Kriegsflüchtlinge und Vertriebenen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Hausstette eine neue Heimat fanden.
Was Hanna Koops hinterließ, ist ein beeindruckendes Zeugnis historischen Bewusstseins: Bilder, handgeschriebene Aufzeichnungen, Zahlen, Daten und Lebensgeschichten, sorgfältig in unzähligen Ordnern gesammelt. Dieses einzigartige Archiv wurde nach ihrem Tod im Elternhaus der Familie Koops aufbewahrt.
Vor einigen Jahren erklärten sich Franz und Ruth Koops bereit, diese unschätzbar wertvollen Unterlagen dem Heimatverein Bakum zur Digitalisierung zu überlassen. Dank dieser Initiative wurde das Lebenswerk von Hanna Koops dauerhaft gesichert und kann heute digital eingesehen werden. Jeder Name, jedes Gesicht, jede Geschichte ist mit einem Mausklick auffindbar.
Als sichtbares Ergebnis dieser ehrenamtlicher Tätigkeit von Mitgliedern des Heimatvereins kann nun die umfangreiche Chronik „Hausstetter Familien über mehrere Jahrhunderte“ – ein Werk von 2.743 Seiten in drei Bänden - präsentiert werden. Es enthält die aufgearbeiteten Familiengeschichten, Hofchroniken und zahlreiche Fotos – alle von Hanna Koops beschriftet und dokumentiert. Besonders eindrucksvoll sind die Aufnahmen der alten Heuerhäuser, die über 150 Jahre lang das Landschaftsbild Hausstettes prägten.
Diese Chronik ist mehr als ein Nachschlagewerk – sie ist ein Stück Identität. Sie erzählt von Verwurzelung, Wandel und Zusammenhalt und gibt den Familiennamen Hausstettes ein bleibendes Gesicht.
Das gesamte Werk, inklusive aller digitalisierten Unterlagen von Hanna Koops, ist heute im Archiv des Heimatvereins Bakum zugänglich – ein Schatz, der das Andenken an die Menschen von Hausstette auch für künftige Generationen lebendig hält.
Der Heimatverein Bakum dankt der Familie Koops für ihre großzügige Unterstützung und freut sich auf weitere Veröffentlichungen, die das kulturelle Erbe der Region bewahren.
Diese vollständig abgeschlossene Dokumentation zeichnet die vielfältigen Geschichten der Hausstetter Familien bis zum Jahr 1990 nach und bewahrt damit ein wertvolles Stück Orts- und Familiengeschichte. Darüber hinaus werden auch Familien aus Vestrup und Lüsche ausführlich berücksichtigt, die in verwandtschaftlicher Beziehung zu Hausstetter Familien standen. Alle, die sich für ihre eigenen Wurzeln interessieren, finden beim Heimatverein eine umfangreiche Sammlung an Informationen über ihre Vorfahren, deren Lebensumstände und familiäre Verbindungen. Zahlreiche historische Fotografien ergänzen die schriftlichen Aufzeichnungen und verleihen den Berichten eine besondere Anschaulichkeit. Sämtliche Unterlagen sind zudem digital erfasst und dadurch schnell auffindbar; übersichtlich gestaltete Inhaltsverzeichnisse, erstellt vom Archiv des Heimatvereins, erleichtern die gezielte Recherche. Die drei entstandenen Bücher wurden mit einem hochwertigen Einband versehen und unterstreichen so auch äußerlich den besonderen Wert dieser einzigartigen Sammlung.
Eine kleine Auswahl von ca. 1000 Fotos dieser Doku
Zu diesem Foto auf Seite 2237 ist beispielsweise folgendes zu lesen: In den dreißiger Jahren wurde an den Sonntagen bei der Familie Koops regelmäßig Doppelkopp gespielt. Unter den Spielern war auch oft Surmann anzutreffen. Bei den Kindern war er dafür bekannt, daß er "krähen" konnte. Sie fanden es lustig, wenn Surmann einen Hahn nachmachte und laut krähte. Von links Heinrich Heitmann beschäftigt auf dem Hof Pohlmann, Johannes Busse, Franz Beimforde, unbekannt, Josef Schlotmann, Heinrich Surmann, Theodorf und Heinrch Beckermann, Theodor Busse.
Das Heimatarchiv ist immer donnerstags von 9.00 bis 12.00 Uhr geöffnet.






