Rückblick auf ein außergewöhnliches Archivcafé
Beim Archivcafé im Heimathaus gab es am vergangenen Sonntag eine Besonderheit: Statt der üblichen thematischen Fotoausstellung stand diesmal ein Film im Mittelpunkt des Nachmittags. Gezeigt wurde erneut der Streifen „Mit der Super-8-Kamera in der Gemeinde Bakum unterwegs“, der bereits vor einigen Monaten vor ausverkauftem Haus für Interesse gesorgt hatte. Auch diesmal waren alle Plätze schon zu Beginn der Vorführung belegt.
Der von Hubert Kröger liebevoll zusammengestellte Film mit Ton und Text ist eine Zeitreise durch die 1960er bis 1980er Jahre und lässt insgesamt zwanzig Ereignisse aus der Gemeinde lebendig werden. Viele der historischen Filmaufnahmen ließen Erinnerungen aufleben.
So dokumentieren Szenen aus dem Jahr 1970 die ersten Kindergartengruppen in Bakum und Lüsche – ein bedeutender Schritt für die frühkindliche Bildung im ländlichen Raum. Daneben boten sportliche Aufnahmen echte Überraschungsmomente, etwa ein junger Ansgar Brinkmann, der im alten Tabakschuppen – damals eine improvisierte Turnhalle – sein Talent am Ball zeigte.
Auch Aufnahmen von Lehrern beim Volleyballspiel aus dem Jahr 1974 gaben Einblicke in das damalige Miteinander an den Schulen. Musiker- und Sängerfeste der 60er- und 70er-Jahre rundeten das lebendige Bild der damaligen Dorfgemeinschaft ab.
In der Pause stellte Hubert Kröger die neue Jahresausgabe 2026 von „Dit und Dat ut Baoken“ vor. Auf mehr als 160 reich bebilderten Seiten im DIN-A4-Format widmet sich die Ausgabe einem Thema, das Generationen verbindet: 250 Jahre Schulgeschichte in der Gemeinde Bakum. Das Herzstück bilden zahlreiche historische Klassen- und Schulfotos aus der Zeit von 1900 bis 2015, in denen 3.700 Kinder und Lehrpersonen namentlich identifiziert wurden.
Die Beiträge zeichnen den spannenden Wandel der Bildungslandschaft nach von kleinen Dorfschulen des 19. Jahrhunderts bis zu modernen Lernorten unserer Zeit. Das Buch versteht sich nicht als wissenschaftliches Werk, sondern als lebendige Sammlung von Erinnerungen, Fakten, Bildern, Erzählungen und humorvollen Cartoons.
Das Küchenteam um Roswitha Schwerter hatte während der Kaffeepause alle Hände voll zu tun – und sorgte mit viel Einsatz für zufriedene Gäste.
Besonders bewegend wurde es, als die in Südafrika lebende 79-jährige Elke Geising, ehemalige Bakumer Schülerin und heute erfolgreiche Unternehmerin und Stiftungsleiterin, per Videoschalte zugeschaltet wurde. Im Gespräch mit Hubert Kröger berichtete sie von ihrer Schulzeit in den 1950er Jahren und ihrem außergewöhnlichen Lebensweg. Spontane, teils emotionale Begegnungen zwischen ihr und früheren Freundinnen und Freunden aus der Schul- und Nachbarschaftszeit rührten viele Besucher. Elke Geisings Erinnerungen an die Bakumer Kinder- und Jugendzeit sind ebenfalls Inhalt der neuen Ausgabe. Mit herzlichem Applaus wurde Elke Geising verabschiedet.
Per Videoschalte zurück in die Heimat: Elke Geising, erfolgreiche Unternehmerin und seit über 20 Jahren in Südafrika zuhause, blickt dankbar auf ihre Wurzeln in Bakum zurück – von der Volksschule bis zur Harmer Straße, ihrem Sprungbrett in die Welt.
Herzliche Wiedersehensfreude im Archivcafè: Alma Geising (re) begrüßte ihre Nichte Elke nach vielen Jahren erstmals wieder „live“ aus Südafrika. Auch Dieter Wruck, einst Nachbarskind und Weggefährte aus glücklichen Kindertagen, war dabei. In der neuen Ausgabe von „Dit un Dat ut Baoken“ erinnert Elke Geising an die Menschen, die ihre Jugend geprägt haben.
Die neue Ausgabe von „Dit und Dat ut Baoken“ wird in den kommenden Tagen kostenlos an alle Mitglieder verteilt. Weitere Interessierte können das Buch für 15 Euro erwerben.






